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Das Armbrustschießen aus der Sicht des Bürgermeisters

Das Armbrustschießen aus der Sicht des Bürgermeisters: „Es handelt sich um einen Moment mit großem symbolischen Wert für den Balestro del Girifalco und für alle Personen, die in diesen Jahrzehnten ihr Engagement und ihre Passion in den Dienst von Massa Marittima und seiner mittelalterlichen Traditionen gestellt haben. Das Erreichen der hundertsten Veranstaltung ist für ein Armbrustschießen  ein beeindruckendes Resultat, das seine Qualität und die Seriosität seiner Protagonisten bescheinigt.

Der Balestro del Girifalco entstand im Jahr 1960, als es in der Toskana und in ganz Italien wenige, von einem authentischen Geist animierte historische Feste gab. Aus diesem Grund war die Intuition der Gründer der Gesellschaft der Stadtteile tiefgehend , die aus dem Wunsch einer Gemeinschaft entstand, den Faden der eigenen Geschichte wieder aufzugreifen. Diese Entscheidung war erfolgreich.
Diese Passion und das Bewusstsein der Echtheit der Wurzeln dieser Veranstaltung drücken heute noch den Balestro del Girifalco aus, etwas Seltenes und damit Wertvolles im heute sehr überfüllten Panorama der Folklore in Italien.
Der Balestro del Girifalco und seine Leute haben noch viel mehr getan. Versuchen wir uns das Leben unserer Stadt ohne die Präsenz der Stadtteile vorszutellen, ohne den Beitrag, den sie das ganz Jahr über uneigennützig für das soziale, kulturelle und wirtschaftliche Leben unseres Territoriums leisten.

Wie hätten wir die Schließung unserer Bergwerke bezahlt, die Einschränkung der Stahl- und Industrietätigkeiten, wenn es in der Gemeinschaft nicht bereits dieses Wiederaufleben der Erinnerung, diese Rekonstruktion unserer Identität gegeben hätte? Auch dank dieser Intuition und dieses Engagements das folgte, konnte Massa Marittima ohne große soziale und existenzielle Traumata, die normaler Weise eine Begleiterscheinung von Umwandlungen dieser Größenordnung sind, einen neuen Weg einschlagen. So wurde verstanden, dass Geschichte und Kultur  den Stolz und das Zugehörigkeitsgefühl mit der Fähigkeit, sich dem Neuen zu öffnen, sich mit der Entdeckung des touristischen Potentials der Stadt und ihres Territoriums, das bis dahin unerforscht war, zu messen verbinden konnten.

Der Balestro ist also kein simples Folklorefest, sondern eine neue und gleichzeitig antike Art, zusammen zu sein und zusammen zu arbeiten, die stark ist, da sie in unserer Geschichte und in unserer kollektiven Erinnerung verwurzelt ist. Dies lehren 100 Veranstaltungen des Balestro und beinahe 50 Jahre Geschichte. Dies ist die Voraussetzung für die Zukunft.“

Lidia Bai
Bürgermeister von Massa Marittima